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Die Schilddrüse in der Schwangerschaft

Die Schilddrüse in der Schwangerschaft

Die Schilddrüse (SD) bildet zwei Hormone: L-Thyroxin (T4) und L-Trijodthyronin (T3), diese setzt sie im Mengenverhältnis von 100:10 in die Blutbahn frei. Im peripheren Gewebe erfolgt die Umwandlung von T4 in das stoffwechselaktive T3. Dieser Prozess wird von Selen-enthaltenden Dejodasen gesteuert. Im Serum sind die beiden SD-Hormone überwiegend an Transportproteine gebunden (v.a. an TBG, thyroxin-bindendes Globulin).

In freier Form liegen nur 0.03% des T4 und 0.3% des T3 vor (fT3, fT4). Die gesunde mütterliche Schilddrüse passt sich der Schwangerschaft durch Steigerung von Jodumsatz und Hormonproduktion an. In der gynäkologischen Praxis kann die Schilddrüse sowohl durch klinische als auch durch laborchemische Befunde auffallen. Die Diagnose einer Schilddrüsenvergrößerung (Struma) erfolgt sonographisch. Bei einem SD-Volumen >18ml (Volumen beider SD-Lappen ohne Isthmus) spricht man von einer Struma. Die Normwerterstellung stammt aus einer Zeit, als der Jodmangel in Deutschland noch weit verbreitet war. Bei optimal mit Jod (und Selen) versorgten Frauen finden sich praktisch keine SD-Volumina über 15 ml. Trotz einer gewissen physiologischen Volumenzunahme der Schilddrüse in der Gravidität wird daher eine Erhöhung des Grenzwerts für die Struma-Definition (auf 20ml) bei Schwangeren von den meisten Untersuchern und Autoren nicht unterstützt.

Die Struma ist nicht immer euthyreot, sie kann funktionell auch mit einer Hypo- oder Hyperthyreose einhergehen. Sonomorphologisch ist auf SD-Knoten zu achten, auch wenn ein SD-Karzinom ein seltener Befund ist (auf 3000 Knoten kommt etwa ein Karzinom). Verdächtige Knoten erfordern eine Feinnadelpunktion. Die sonographischen Malignitätsmerkmale sind bei Feldkamp J. et al., 2016, DÄB 113(29): 353-9 zusammengestellt.   

Ihr Ansprechpartner

Dr. med. Martina Edoga
Ärztliche Leitung Fachärztin für Laboratoriumsmedizin, Umweltmedizin, Präventionsmedizin

 

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