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Infektionen in der Schwangerschaft

Serologisches Screening

Während einer Schwangerschaft können Gefahren von Infektionen wie Röteln, Lues (Syphilis), Windpocken, Zytomegalie, Toxoplasmose und Ringelröteln ausgehen. Diese Infektionen können bei einer Erkrankung der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden und zu Schädigungen bis zum Abort führen. Daher ist es wichtig, entsprechende Screening-Untersuchungen möglichst früh gleich nach der Feststellung der Schwangerschaft durchzuführen. So können diese Infektionen eindeutig ausgeschlossen oder das Ansteckungsrisiko durch bestimmte Verhaltensmaßnahmen ab dem Beginn der Schwangerschaft vermindert werden.

  • Zytomegalie
    Bei einer Erstinfektion mit Zytomegalievirus besteht ein bis zu vierprozentiges Risiko, dass das Neugeborene schwere Schädigungen aufweist. Bei Schwangeren ohne Immunschutz lässt sich das Ansteckungsrisiko während der Schwangerschaft durch bestimmte Hygienemaßnahmen nachweislich auf weniger als die Hälfte verringern.
  • Toxoplasmose
    Die Hauskatze ist der Hauptwirt des Parasiten Toxoplasma gondii, der bei der Erstinfektion einer Schwangeren zu schweren Schädigungen des Ungeborenen führen kann. Über 70% der Schwangeren haben keinen Immunschutz und sollten entsprechende Verhaltensmaßnahmen beachten.
  • Ringelröteln
    Für Schwangere ist es gut, ihren Immunstatus zu Ringelröteln zu kennen, da es immer wieder Ausbrüche der Erkrankung gibt.

Kosten

Der Immunschutz gegen Röteln und Lues wird im Rahmen der gesetzlichen Mutterschaftsvorsorge abgeklärt. Eine Untersuchung auf bestehenden Immunschutz vor Zytomegalie, Toxoplasmose und Ringelröteln wird von den Kassen derzeit nicht erstattet und ist daher eine Selbstzahlerleistung.
Die Klärung der Immunität gegen Windpocken ist eine Kassenleistung außerhalb einer Schwangerschaft.