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Vorsicht Zecke!

Der Frühling naht. Mit steigenden Temperaturen steigt auch wieder das Zecken-Risiko. Ein Zeckenbiss ist nicht nur unangenehm, sondern kann gefährlich werden.

Krankheiten, die durch Zeckenstiche übertragen werden 

  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
    FSME ist eine virale Infektion aus der Speicheldrüse bzw. dem Darm der Zecken, die die typischen gefährlichen Hirnhautentzündungen (Meningitis, Enzephalitis und Meningoenzephalitis) auslösen. Unglücklicherweise behalten 10-20 % der unbehandelten Patienten Dauerschäden in Form von neuropsychiatrischen Problemen.
  • Borreliose
    Bei der Borreliose handelt es sich um eine entzündliche bakterielle Erkrankung mit vielfältigen und oft unklaren Symptomen an Gelenken, Muskeln, Nerven, Herz oder Haut.
  • Rickettsiosen
    Bakterien der Gruppe der Rickettsien werden von Läusen und Milben, aber auch von Zecken übertragen. Die Krankheitserscheinungen der unterschiedlichen Rickettsiosen sind unterschiedlich schwer. Es kommt zu charakteristischen Einblutungen von feinen Kapillaren in die Haut, hohem Fieber, Entzündungen der Lymphknoten, Kopfschmerzen und Übelkeit.
  • Ehrlichiose/Anaplasmose
    Ehrlichien (heute: Anaplasmen) verursachen die humane granulozytäre Anaplasmose. Die kleinen, in Zellen lebenden Bakterien befallen die weißen Blutkörperchen und führen zu Schüttelfrost, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. In schweren Fällen führen sie zu neurologischen Problemen sowie Leber- und Nierenfunktionsstörungen.
  • Babesien
    Einzellige Parasiten, die durch Zecken übertragen werden und die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) der Wirte befallen. Die Zerstörung der Erythrozyten führt zu den für die Babesiose charakteristischen Symptomen: Malaria-ähnliche Fieberschübe, Blutarmut (Anämie) und Gelbsucht (Ikterus).

Deshalb sind Sie bei einem Zeckenstich gut beraten, sich ohne Verzug Gewissheit zu verschaffen. In einigen Fällen treten Symptome erst Jahre später auf, sodass sie gar nicht mehr mit dem Zeckenstich in Verbindung gebracht werden.

Untersuchung und Behandlung

Für eine Therapie nach dem Stich einer verseuchten Zecke gilt: Je früher, desto besser. Manche Ärzte verordnen ihren Patienten deshalb sofort Antibiotika – also noch ehe geklärt ist, ob eine Infektion vorliegt. Das ist problematisch, weil unnötige Antibiotika-Gaben dazu führen, dass diese Mittel zunehmend unwirksamer werden. Ein echter medizinischer Fortschritt ist ein Nachweisverfahren, das Krankheitserreger schon in der (toten oder auch noch lebendigen) Zecke aufspürt. Dafür wird die Zecke ganz vorsichtig entfernt, am besten mit beispielsweise einer Zeckenschlinge oder Zeckenkarte (z.B. aus der Apotheke). Auf diese Weise kann man die Zecke sicher herausdrehen. Das Tier wird auf ein Blatt Papier aufgeklebt und an unser Spezial-Labor geschickt.

In unserem Labor können binnen weniger Stunden mithilfe einer Spezialmethode (PCR = Polymerase-Kettenreaktion) selbst winzige Mengen von Infektionserregern im Darminhalt der Zecke zu Tage gefördert werden. Anschließend wird geprüft, ob es sich um die Erbsubstanz (DNA) von Borrelien oder FSME-Viren oder um seltenere Erreger (Ehrlichien, Babesien, Rickettsien) handelt. Mit diesen Informationen kann Ihr Arzt eine sinnvolle und begründete Therapieentscheidung treffen.

Kosten

Die Spezialmethode zur Untersuchung auf Infektionserregern „Zecken-PCR" ist eine individuelle Gesundheitsleistung. Die Kosten betragen zirka 30 € (Borrelien) beziehungsweise 45 € (FSME). Die genauen Preise entnehmen Sie bitte unserem aktuellen Anforderungsschein.

 

Borreliose beim Hund

Zecken saugen häufiger an Hunden als an Menschen, daher ist Borreliose auch die zweithäufigste Infektionskrankheit des Hundes. 
Weitere Informationen zu Fragen, wie Sie Ihren Hund vor Zeckenstichen schützen können und bei einem Zeckenbefall vorgehen sollten, entnehmen Sie bitte auf der Seite Borreliose beim Hund.