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Schwanger und Katzenbesitzerin?

„Katze und schwanger – geht das gut?“, fragt eine junge Frau in einem Internetforum für werdende Eltern. Eine andere Schwangere ist ratlos verzweifelt: „Ich will doch nicht mein Tigerchen hergeben. Der ist doch so verschmust.“ Müssen schwangere Katzenbesitzerinnen sich Sorgen machen? Das Wichtigste in Kürze:

Was ist Toxoplasmose?

Die Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit und wird durch den einzelligen Parasiten Toxoplasma gondii hervorgerufen. Diese Infektion ist bei Menschen und Säugetieren häufig und verläuft meist ohne Komplikationen – ein gesundes Immunsystem vorausgesetzt. Endwirte für die Toxoplasmen sind die „katzenartigen“ Tiere, die Feliden.

Infektion während der Schwangerschaft

Bedeutsam ist eine Infektion lediglich für schwangere Frauen, die bei Beginn der Schwangerschaft keine Antikörper gegen den Erreger haben, also noch nicht infiziert sind. Bei einer Ansteckung während der Schwangerschaft besteht in diesem Fall die Gefahr einer schwerwiegenden Schädigung des Ungeborenen bis hin zum Abort. Frauen, die bei einer Blutuntersuchung Antikörper aufweisen, sind für den Rest ihres Lebens geschützt – auch in der Schwangerschaft.

Erreger im Katzendarm

Bei den Feliden – zu denen auch unsere Hauskatze gehört – gibt es eine Sonderform der Infektion: Nur bei diesen Tieren entstehen ansteckungsfähige Toxoplasmaerreger auch im Darm, die über den Kot nach draußen gelangen. Das passiert allerdings nur bei der Erstinfektion und dauert ein paar Wochen. Danach scheidet die Katze auch bei zukünftigen Infektionen keine ansteckungsfähigen Erreger mehr aus.

Fast alle Katzen tragen Toxoplasmose-Erreger mit sich herum - aber 75 Prozent der Tiere besitzen Toxoplasmose-Antikörper und stellen keine Gefahr dar, weil sie über lebenslange Immunität verfügen. Katzen, die nur im Haus leben, sind mangels Ansteckungsmöglichkeit ebenfalls keine potenziellen Erreger-Ausscheider – vorausgesetzt, sie werden nicht mit Nagern oder rohem Fleisch gefüttert.

Wie infiziert man sich?

Meist infizieren sich Menschen durch den Verzehr von verunreinigtem Gemüse, ungenügend gegartem Fleisch- und Wurstwaren und Rohmilchprodukten von Schaf und Ziege. Nur ausnahmsweise erfolgt die Infektion aufgrund des direkten Kontaktes mit einer Katze. Katzen infizieren sich durch Beutetiere oder mit Katzenkot verschmutztem Unrat.

Welche Untersuchungen bieten sich an?

1. Blutuntersuchung

Dabei kann Ihr Tierarzt feststellen, ob sich Ihre Katze schon mit Toxoplasmen infiziert hat und Antikörper gebildet wurden. Ist die Katze Toxoplasmose-positiv, können Sie davon ausgehen, dass sie im Verlauf ihres Katzenlebens keine Erreger mehr ausscheiden wird. Es besteht also kein Grund zur Sorge und weitere Untersuchungen sind normalerweise nicht nötig.

2. Kotuntersuchung

Ist ihre Katze bei der Blutuntersuchung Toxoplasmose-negativ, kann mit Hilfe einer Kotuntersuchung festgestellt werden, ob sie zurzeit Erreger ausscheidet. Falls ja, besteht eine Ansteckungsgefahr für zirka zwei bis vier Wochen. Toxoplasmose-negative Katzen stellen – bis zur Bildung von Antikörpern – ein Risiko für Schwangere dar und sollten regelmäßig untersucht werden. Bei Beachtung der empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen kann die Katze selbstverständlich im Haushalt bleiben. Fragen Sie zur Sicherheit gerne Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt.