26.07.2010

Das Equine Cushing Syndrom

Der Hyperadrenocortizismus des Pferdes wird als equines Cushing Syndrom (ECS) bezeichnet. Fast immer ist ein Hypophysenadenom der Pars Intermedia die Ursache. Meist tritt die Erkrankung bei älteren Pferden auf, es kommen aber auch Erkrankungen bei Pferden unter 20 Jahren vor.

Bei jüngeren Pferden werden Fellveränderungen seltener gesehen. Da die für die Erkrankung sonst typischen Konditionen „alt“ und „Hirsutismus“ fehlen, besteht die Gefahr, das ECS bei diesen Tieren zu übersehen.

Symptome

Hirsutismus (verzögerter, unvollständiger oder langsamer Fellwechsel, häufig mit langen gelockten Haaren) ist für den Besitzer ein auffälliges Symptom. Meist wird in diesem Zusammenhang auch erwähnt, dass die Pferde schon seit einiger Zeit vermehrt schwitzen und unter Apathie, Leistungsschwäche und/oder Gewichtsab­nah­me leiden. Dabei sind oft Fettablagerungen in Kruppe, Hals und vor allem supraorbital zu finden.

Fortgeschritten erkrankte Tiere können unter einer generalisierten Muskelatrophie leiden. Ein Großteil der Patienten zeigt Polydipsie/Polyurie. Auch ein Auftreten von Hufreheschüben unbekannter Genese kann einen Hinweis auf ECS geben. Sekundär kommt es oft zu einer erhöhten Infektanfälligkeit, zu Steroiddiabetes, Kreislaufproblemen, Krämpfen und Beeinträchtigungen des Visus. Stuten entwickeln manchmal Fertilitätsstörungen.

Labordiagnostik

Beim gesunden Tier wird die ACTH-Ausschüttung aus dem Hypophysenvorderlappen über eine negative Rückkopplung durch Cortisol gehemmt. Da diese beim ECS-Patienten nicht stattfindet, ist in der Regel ein deutlich erhöhter ACTH-Spiegel im Blut nachweisbar. Der Nachweis dieses Parameters in Kombination mit klinischen Symptomen lässt meist eine eindeutige Einschätzung der Erkrankung zu. In Fällen mit zweifelhaften Serumwerten kann der Dexamethason-Suppressionstest einen Verdacht erhärten.

Bei normalem Serum-ACTH und einem positiven Dexamethason-Suppressionstest kommt differentialdiagnostisch eine beim Pferd allerdings äußerst selten auftretende Nebennierenrinden-Neoplasie in Frage.
Falls etwa während eines akuten Reheschubs die Corticosteroid-Gabe bedenklich erscheint, kann alternativ ein TRH-Stimulationstest durchgeführt werden. Beide Tests können grundsätzlich auch kombiniert eingesetzt werden.

Kategorie: Pferde